Die Frage ist berechtigt, ob man noch ein weiteres Glaubenshandbuch benötigt. Wer jedoch Grundlagen für Glauben und Leben sucht, der wird bei Karl Barals „Handbuch der biblischen Glaubenslehre“ fündig.

Wer ist der Autor?

Karl Baral gehörte während seines Theologiestudiums zum Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen. 1982 bis 1993 war er Dozent am Seminar der Liebenzeller Mission. Nach Pfarrstellen in Würzbach, Rutesheim und Besenfeld ist er seit September 2014 im Ruhestand.

 

Worum geht es in dem Buch?

Es gibt viele Dogmatiken, die Theologie erläutern. Doch schon während seiner Studienzeit erkannte der Autor, dass es an einer Glaubenslehre fehlt, die die Hauptpunkte biblischer Lehre für unsere Zeit darstellt. Und so setze er es sich zum Ziel, diese Lücke zu schließen.

 

Der erste Teil führt den Leser in die Theologie und ihre Fragestellungen ein. Neben einer Einordnung zeigt der Autor auch die Konsequenzen aus der Tatsache der Offenbarung Gottes für Lehre und Leben auf, betont, dass die Bibel Gottes Offenbarungsurkunde an den Menschen darstellt und erläutert, weshalb hebräisches Denken dem griechischen vorzuziehen ist.

 

Die weiteren Teile beschäftigen sich mit den üblichen Themen einer Dogmatik. Neben die Lehre von Gott, tritt Baral für ein kreationistisches Verständnis der Schöpfung ein, beleuchtet die Lehre über den Menschen, zeigt die Bedeutung von Christus auf, blickt auf die persönliche Zuneigung des Heils und thematisiert das Reich Gottes und die Vollendung.

 

Wie wirkt die Lektüre sich aufs Glaubensleben aus?

Besonders hervorzuheben ist, dass Baral sich weigert, einem geschlossenen System zu folgen, sondern vielmehr dafür wirbt, sich von Gottes Wort her prägen zu lassen. „Wir können der Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift nur nach-denken“. Dabei erhebt er nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, möchte seinem Leser aber helfen, „in der Schrift zu leben“.  Ein besonderer Verdienst des Autors ist die Gegenüberstellung verschiedener Ansichten, wodurch der theologische Horizont des Lesers erweitert wird. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass der Verfasser sich kritisch mit theologischen Größen wie Augustinus, Luther, Calvin, Barth usw. auseinandersetzt und nicht davor zurückschreckt, die eine oder andere Erkenntnis in Frage zu stellen. Es sei erwähnt, dass Baral für ein heilsgeschichtliches Auslegen der Schrift eintritt und sich für ein wortwörtliches tausendjähriges Friedensreich ausspricht.

 

Was gibt es Konstruktives?

Die Seitenränder fallen zu gering aus, sodass eigene Notizen kaum Platz haben. Da das Buch als Studienlektüre gedacht ist, wurde hier Potenzial verschenkt.

 

Wer sollte das Buch lesen?

Das Buch eignet sich für den Dogmatik-Unterricht an Bibelschulen. Auch Pfarrer, Pastoren, Prediger, Gemeindeälteste und sonstige Mitarbeiter, Theologiestudenten sowie am christlichen Glauben Interessierte werden das Buch mit Gewinn studieren und lesen.

 

Weshalb sollte man das Buch erwerben?

 

Das Handbuch der biblischen Glaubenslehre ist eine allgemein verständliche Dogmatik, die die Eigenart besitzt, dass sie sehr stark von Gottes Wort ausgeht. Hinzukommt, dass Baral nicht nur abweichende Lehren bespricht, die sich im universitären Bereich finden, sondern er richtet den Blick auch auf Glaubensgemeinschaften und Weltanschauungen, denen Christen im 21. Jahrhundert häufig begegnen. Neben der bibelgebundenen Theologie wird es v. a. die Auseinandersetzung mit Lehrsystemen und Lehrmeinungen sein, die eine theologische Horizonterweiterung beim Leser herbeiführen und helfen, den eigenen Standpunkt zu festigen bzw. zu hinterfragen. 

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